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Wittenberger Strand bei Hamburg © Stefan Kayser
Deichromantik im Norden © Markus Tiemann
HundertwassersGrüne Zitadelle in Magdeburg © Maximilian Semsch
Mittelalterkulisse in Tangermünde © Maximilian Semsch
Königstein mit derberühmten Festungin der Sächsischen Schweiz © Felix Meyer
Altstadtpanorama in Dresden © Maximilian Semsch
Wegweiser in Lutherstadt Wittenberg © Maximilian Semsch

compass 30 Jahre Elberadweg

Von Cuxhaven bis Wittenberge

Von Wittenberge bis Dessau-Roßlau

Von Dessau-Roßlau bis Bad Schandau

 

Cuxhaven bis Wittenberge

Der Radweg beginnt, wo der Fluss endet: Die Kugelbake in Cuxhaven markiert nicht nur für Schiffe aus aller Welt die Elbmündung, hier beginnt auch für viele Radwandernde die Reise auf dem Elberadweg. Wer hier den Finger in den Wind hält, bekommt ein Gefühl für die Herausforderungen auf den nächsten knapp 350 Kilometern auf dem Weg durch Norddeutschland: Kommt der Wind von vorne oder hat man Rückenwind? Cuxhaven ist mit seinem maritimen Charakter und der beeindruckenden Kugelbake, früher Orientierungshilfe für die Seefahrenden, heute Wahrzeichen der Stadt, ein guter Startpunkt, um der Geschichte des Flusses bis zur Quelle zu folgen. Dann geht es auf verkehrsarmen Straßen und Deichwegen durch die weite Landschaft Niedersachsens, vorbei am charmanten Nordseebad Otterndorf und dann über die Oste, direkt am Natureum Niederelbe vorbei, das Gäste auf vielfältige Weise mit Natur und Kultur der norddeutschen Region vertraut macht.

In Wischhafen fällt die Entscheidung schwer – geht es weiter auf der linkselbischen Seite in die wunderschöne historische Hansestadt Stade und durch das Alte Land am Elbstrom mit Millionen von Apfelbäumen? Oder lieber mit der Fähre rüber auf die rechtselbische Seite, wo in Glückstadt der Matjes wartet? Beide Wege führen unweigerlich nach Hamburg, entweder mit der Fähre 62 von Finkenwerder zu den Landungsbrücken oder ab Wedel direkt entlang des Flusses, dem pittoresken Treppenviertel in Blankenese und vorbei an großen Villen bei Övelgönne. Die großen Containerbrücken am gegenüberliegenden Ufer bleiben im Blick, bis die Landungsbrücken in Sicht kommen. 

Danach wird es ruhiger an der Elbe, die Staustufe in Geesthacht markiert die Grenze zwischen der weitläufigen Unterelbe und der naturnahen Oberelbe. Hier begegnen sich Radelnde und Schafe, in Lauenburg warten historische Raddampfer auf Gäste und in Bleckede erzählt das Biosphaerium Elbtalaue alles über die Flusslandschaft der Niedersächsischen Elbtalaue, die sich weit entlang der ungehindert fließenden Elbe ausbreitet. Ein weiteres Highlight ist die kleine Stadt Hitzacker. Direkt an der Elbe gelegen, fasziniert sie Vorbeiradelnde mit prächtigem Fachwerk. An diesem Abschnitt ruht der Fokus auf unberührter Natur, kleinen Dörfern entlang der Strecke, manchmal auch auf Zeugnisse der deutschen Teilung. Immer wieder fällt der Blick auf die träge strömende Elbe, jegliche Hektik ist ihr fremd, und das spürt auch der Reisende. Er lässt sich Zeit, und plötzlich spielt der Wind keine Rolle mehr.

www.reiseland-niedersachsen.de

Wittenberge bis Dessau-Roßlau

Eintauchen in Geschichte, Kultur und Natur – der Elberadweg in Sachsen-Anhalt ist weit mehr als nur rund 260 Kilometer Radweg. Hier wird jeder Kilometer zum Erlebnis, der die Vielfalt des mittleren Abschnitts des Elberadwegs widerspiegelt. In Havelberg, der Stadt der Domherren und der tausendjährigen Geschichte, wartet einer der ersten Höhepunkte entlang der Strecke. Der imposante Dom St. Marien thront majestätisch über der Altstadt, welche mit ihrer Unberührtheit und besonderen Idylle zum Verweilen einlädt. Entlang der Elbauen fahrend, erreichen Radelnde Tangermünde, wo mittelalterlicher Charme auf farbenfrohe Fachwerkhäuser trifft.

Der Anblick der markanten Burg und der prachtvollen Stephanskirche lässt die Zeit vergessen. Besonders beeindruckend ist die Stadtmauer Tangermündes, die noch fast komplett erhalten ist und die Altstadt Tangermündes rahmt. Weiter Richtung Süden, hinter der längsten Kanalbrücke Europas, dem Wasserstraßenkreuz bei Hohenwarthe, führt der Elberadweg in das Herz Magdeburgs, der stolzen Landeshauptstadt. Hier trifft die lebendige Moderne auf die Spuren Kaiser Ottos des Großen. Der Magdeburger Dom und die einzigartige Grüne Zitadelle nach Hundertwasser sind Highlights, die Besuchende nicht verpassen sollten. Ein wenig weiter stromabwärts wartet Schönebeck, wo Sole und Salz Geschichte geschrieben haben.

Ein Spaziergang durch den Kurpark Bad Salzelmen und ein Besuch des Gradierwerks wirken nach einer langen Radtour besonders beruhigend. Unweit von Schönebeck befindet sich außerdem das Ringheiligtum Pömmelte, besser bekannt als das „deutsche Stonehenge“. Eine Anlage, die die Steinzeitkultur an der Elbe verkörpert. Von hier aus geht es weiter südlich durch den Lödderitzer Forst. Hier reihen sich eine Vielzahl an urigen Dörfern aneinander, die mit vielen verstecken Schätzen überraschen. Die Elbe hat in Sachsen-Anhalt so einiges zu bieten und wartet nur darauf, entdeckt zu werden. Egal, ob Naturgenuss im Biosphärenreservat Mittelelbe oder Großstadtflair in der Landeshauptstadt; hier ist für Jeden das Richtige dabei. Der Elberadweg in Sachsen-Anhalt verbindet all diese Höhepunkte und zeigt Ihnen Einblicke, wie der Fluss die Region geprägt hat. Kurz gesagt – pures Radglück.

www.sachsen-anhalt-tourismus.de

Dessau-Roßlau bis Bad Schandau

Der Abschnitt zwischen Dessau und Bad Schandau gilt als einer der abwechslungsreichsten der gesamten Strecke. Auf rund 255 Kilometern vereint er Kulturschätze, eindrucksvolle Naturlandschaften und kulinarische Highlights, die sowohl erfahrene Radreisende als auch Genussradler ansprechen. Diese Route verbindet Geschichte und Moderne, weite Auen und Weinberge mit urbanem Charme und Felslandschaften – ein Klassiker, der nie an Reiz verliert. Dessau markiert mit dem Bauhaus und Gartenreich Dessau-Wörlitz den Einstieg in eine Region voller Welterbestätten. Die klare Architektur des Bauhauses, das 2025 sein 100-jähriges Jubiläum in Dessau feiert, kontrastiert mit den Parklandschaften des Gartenreichs.

Elbaufwärts wartet mit der Lutherstadt Wittenberg eine der wichtigsten Städte der Reformation. Die Schlosskirche, an deren Tür Martin Luther seine 95 Thesen anschlug, gehört zu den beeindruckendsten Zeugnissen dieser Epoche. Einen Stopp wert ist Torgau, wo Schloss Hartenfels und die historische Altstadt die Renaissance lebendig machen. Meißen verbindet Handwerkskunst und Genuss. Die Porzellanmanufaktur ist ein faszinierender Ort, an dem die jahrhundertealte Tradition greifbar wird. Rund um die Stadt laden die Elbweinhänge zu einer Rast ein. Hier wachsen regionale Spezialitäten wie der Goldriesling – ideal, um in einer der Straußenwirtschaften ein Glas Wein zu genießen und den Blick über den Fluss schweifen zu lassen. Höhepunkt der Strecke ist Dresden.

Die barocke Frauenkirche, der Zwinger und die Semperoper sind weltberühmte Wahrzeichen. Wer abseits der großen Sehenswürdigkeiten unterwegs ist, entdeckt in der Neustadt ein kreatives Viertel mit Cafés und Galerien. Kurz vor Tschechien entfaltet sich die Sächsische Schweiz, die beliebte Nationalparkregion mit markanten Sandsteinfelsen und tiefen Schluchten. Die Bastei und die Festung Königstein sind Höhepunkte für Naturfans und Historiker gleichermaßen. Der Abschnitt von Dessau bis Bad Schandau zeigt die ganze Bandbreite des Elberadwegs. Zwischen UNESCO-Welterbestätten, idyllischen Landschaften und kulturellen Höhepunkten bietet diese Route ein unvergleichliches Erlebnis für Radreisende, die Abwechslung und Erholung suchen. 


Sehenswürdigkeiten: Kugelbake Cuxhaven • Natureum Niederelbe • Hamburger Hafen • Altstadt Lauenburg • Biosphaerium Elbtalaue • Haus der Flüsse Havelberg • Kloster Jerichow • Wasserstraßenkreuz Hohenwarthe • Magdeburger Dom • Hundertwasserhaus Grüne Zitadelle • Ringheiligtum Pömmelte • Bauhaus Dessau • Wörlitzer Park • Lutherstätten Wittenberg • Albrechtsburg Meißen • Altstadt Dresden • Nationalparkregion Sächsische Schweiz mit Bastei

Toureninfos: Kostenloses Elberadweg Handbuch mit Etappen, Karten & radfreundlichen Unterkünften


Radfreundliche Gastgeber am Weg • durchgehende Beschilderung in beide Richtungen • Fahrrad-Rastplätze • Anschlussmöglichkeiten an weitere Radwege • E-Bike-Verleih • E-Bike-Tankstellen vorhande

open-bookInfo und Buchung

www.elberadweg.de

lightbulbKnow-How

Das richtige Rad

Cityrad, Trekkingrad, All Terrain Bike oder Mountainbike

 

Der Spruch „man kann das Rad nicht neu erfinden“ gilt bei Fahrrädern schon lange nicht mehr. Selbst für den Radprofi ist es mitunter schwierig, den Überblick zu behalten, welche Radtypen es wieder neu gibt und wo sie besonders sinnvoll sein sollen. Manchmal sind es Nuancen, manchmal verschwinden die Begriffe so schnell wie sie entstanden sind, manchmal findet man aber genau das Rad, das man braucht.

Cityrad
Das Cityrad ist der Allrounder unter den Fahrrädern, also das, was man früher mit Fahrrad verbunden hat. Cityräder sind komfortabel in der Sitzposition, straßenverkehrstauglich und mit der klassischen Komfortausstattung versehen, also Schutzbleche und Gepäckträger, der robust genug für einen Kindersitz oder gut gefüllte Radtaschen ist. Cityräder haben standardmäßig 28 Zoll Reifen. 26er oder kleiner sind eher Jugendbzw. Kinderräder. Leicht profilierte Mäntel sorgen auf Asphalt für ausreichend Grip bei wenig Energieverbrauch durch Reibung. Mittlerweile ist der Rahmen beim Cityrad aus Aluminium, damit das Rad leicht und handlich ist. Der Lenker ist meist leicht gekrümmt, so dass sich bei der aufrechten Sitzposition wenig Gewicht auf die Handgelenke auswirkt. Der Begriff Citybike ist ein Sammelbegriff, unter den auch Fahrradtypen wie Cruiser, Falträder, Hollandräder oder Fixies fallen, die für unterschiedliche Cityeinsätze dienen. Für die gemütliche Radtour entlang eines Flusses, einen Radausflug oder als Allrounder sind Cityräder besonders geeignet.


Trekkingrad
Die Königin unter den Tourenrädern. Auf den ersten Blick sieht es dem Cityrad oder All Terrain Bike (ATB) recht ähnlich. Es hat in der Regel 28 Zoll Räder, eine mittelbreite Bereifung und die volle straßenverkehrstaugliche Ausstattung. Die Unterschiede liegen im Speziellen. Manche Trekkingrad- Hersteller integrieren beispielsweise den Hinterradgepäckträger als Teil des geschmiedeten Rahmens. Das garantiert eine maximale Robustheit und hohe Lastkapazität. Immerhin kann eine Tourenausrüstung 40-50 kg erreichen und das Rad muss Strecken von mehreren tausend Kilometern auf unbefestigten Wegen oder schlechten Straßen sicher überstehen können.

Wichtig auch: Robuste Befestigungsmöglichkeiten für Frontroller-Gepäckträger. Diese sind für eine gute Gewichtsverlagerung, einen niedrigen Schwerpunkt des Gepäcks und damit eine gute, sichere Straßenlage notwendig. Ein weiterer Vorteil ist das bessere Bremsverhalten, besonders in Kurvenlagen und bei hohen Geschwindigkeiten. Rahmen- und Fahrstabilität sind die Grundvoraussetzungen des Trekkingrades. Deshalb haben Trekkingräder eigentlich immer einen Stahlrahmen. Manche behaupten sogar, dass sei eine Bedingung, so dass man unterwegs notfalls den Rahmen schweißen (lassen) kann. Außerdem haben Trekkingräder eine besondere Rahmengeometrie mit einem hohen Radstand. Das schafft Platz für Fahrer und Gepäck und einen runden Tretweg, auch mit klobigen Schuhen.


All Terrain Bike
Auch das All Terrain Bike (ATB) ist ein Allrounder für nahezu jede Situation vom alltäglichen Einsatz über die Tagestour bis zur längeren Radtour mit überschaubarem Gepäckeinsatz. Das ATB geht deshalb auch schon in Richtung Trekkingrad. Das gilt auch für die Größe mit 28 Zoll und die mittlere Reifenbreite für den Einsatz abseits vom Asphalt. Häufig haben ATBs einen etwas kürzeren Radstand für eine aufrechtere Sitzposition. Als Rahmenmaterial dominiert hier eher Aluminium, was das Rad nicht ganz so belastbar wie ein Trekkingrad macht. Überlädt man es, kann der Rahmen bei höherer Geschwindigkeit zu flattern beginnen. Komischerweise sind ATBs im Vergleich zu City- oder Trekkingrädern „nackt“ in der Ausstattung, d. h. ohne Schutzbleche, Gepäckträger und Beleuchtung, obwohl sie vom Einsatzbereich diesen viel ähnlicher sind als Rennräder oder Mountainbikes.


Mountainbike
Das Mountainbike hat einst in den 80er Jahren den Fahrradmarkt revolutioniert und es sogar zu Olympischen Weihen geschafft. Mountainbikes haben 26 Zoll Räder, eine enge Rahmengeometrie und einen extrem stabilen Rahmen. Sie sollen beweglich, wendig, sehr robust und gut zu kontrollieren sein – vor allem im Gelände oder auf sogenannten Single Trails. Dazu haben sie breite, stark profilierte Reifen. Mountainbikes sind nicht für Gepäck vorgesehen. Längere Touren, wie über die Alpen, fährt man mit wenig Ausrüstung, die man im Bikerucksack auf dem Rücken trägt, damit das Rad unbelastet ist und wendig bleibt. Das limitiert Mountainbike-Touren hinsichtlich ihrer Länge bzw. macht eine reisefreundliche Infrastruktur notwendig. Der Begriff Mountainbike unterteilt sich noch weiter in Radtypen wie Cross Country, Downhill, Freeride, Trail oder Fatbikes. Allerdings fallen diese Varianten in den Bereich Sport und haben keine Tourenrelevanz.


Ralf Stefan Beppler

Sicher unterwegs mit dem e-Bike

Was es zu beachten gilt

 

 

E-Bikes und Pedelecs boomen. Jedes Jahr steigt deren Zahl auf Deutschlands Straßen. Was auch zunimmt: Die Zahl der Unfälle mit e-Bikes. Die meisten lassen sich – wie beim Autofahren – auf überhöhte Geschwindigkeit und mangelnde Beherrschung des Gefährts zurückführen. Ein e-Bike-Fahrtraining kann da helfen.

Ein e-Bike oder Pedelec ist etwas Feines. Das finden immer mehr Menschen in Deutschland. 2009 wurden gerade mal 150.000 e-Bikes verkauft, für 2018 rechnet der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) mit zwischen 800.000 und 900.000. Das wäre wieder eine Steigerung von 19-23 % zu 2017. Der Anteil der e-Bikes am Gesamtfahrradmarkt liegt schon bei einem Viertel und der ZIV ist überzeugt, dass die Quote auf 35 % steigen wird.

Leider steigt auch die Zahl der Unfälle mit den neuen Gefährten. In den ersten drei Quartalen 2016 wurden 3.214 Unfälle mit e-Bike Beteiligung gezählt. Das war ein Plus von 39 % zum Vorjahrszeitraum, während die Zahl der Fahrradunfälle ohne e-Bike Unterstützung „nur“ um 6 % stieg. Trotzdem: Dem Verband der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zufolge ist das Pedelec „nicht gefährlicher als ein gewöhnliches Fahrrad“. Der UDV sieht eher eine Korrelation zwischen der steigenden Menge der e-Bikes auf den Straßen und den Unfallzahlen. Trotzdem sieht man eine neue Nutzergruppe in der Statistik: Ältere Menschen, die lange nicht Fahrrad gefahren sind. Aber auch Fahrradtuning ist ein Problem – wohl dann aber eher bei jüngeren Fahrern. Hinsichtlich der Unfallursachen unterscheiden sich e-Bike Unfälle wenig von Autounfällen: Überhöhte Geschwindigkeit und Selbstüberschätzung der Fahrer führen immer noch die Unfallursachenstatistik an. Und egal ob traditionelles Fahrrad oder e-Bike, der Radfahrer ist weiterhin das schwächste, sprich am meisten gefährdete, Glied in der Verkehrskette. Beim Thema Fahrradsicherheit hakt es verkehrsplanerisch in Deutschland weiterhin an allen Ecken und Enden. Ein Blick über die Grenze nach Holland und Dänemark könnte Wunder bewirken.

Fahrsicherheitstraining hilft

Die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung sollten auch von Elektrofahrradfahrern berücksichtigt werden. Die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung sollten auch von Elektrofahrradfahrern berücksichtigt werden. Dazu zählen Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme sowie angepasste Geschwindigkeit. Je schneller gefahren wird und je schwerer das Rad ist, desto länger ist der Bremsweg.

Das normale e-Bike ist deutlich schwerer als ein traditionelles Rad, ein e-Lastenbike wiederum schwerer als ein normales e-Bike. Schnell geradeaus fahren kann jeder, wer aber sicher e-Bike fahren will, sollte das Verhalten des Gefährts gut kennen. Zentral dabei sind erstens der Vorschub, zweitens der Reifenschlupf, drittens der größere Kurvenradius und viertens das trägere Ausweichverhalten. Daran muss man sich gewöhnen und lernen damit umzugehen. 

Anders als normale Räder kommen Elektroräder mit einer umfangreichen Bedienungsanleitung daher. Diese bitte lesen! Da steht einiges drin – von der richtigen Einstellung, dem Umgang mit der Batterie und auch Tipps zum e-Bike Fahren.

Der nächste Unterschied zum normalen Rad ist der Schub. Fangen Sie also mit der niedrigsten Unterstützungsstufe an und steigern Sie diese langsam – am besten auf einem leeren Parkplatz oder einer wenig befahrenen Straße. Nicht selten  geht es dem e-Bike- so wie dem Auto-Fahranfänger, der den Motor startet und einen Gang drin hat. Der „Hüpfer“ kann schon der erste Unfall sein. Selbst wenn man sein eigenes e-Bike gewohnt ist, ein anderes Fabrikat mit einem anderen „Motor“ kann ganz anders reagieren. Legen Sie also langsam los und steigern Sie gemächlich. Merke: Mit dem e-Bike ist man letztlich immer schneller.

Vorausschauend fahren

Wer schnell fährt, muss weiter vorausschauen – und das nicht nur tatsächlich, sondern auch sinnbildlich. Blicken Sie in die Fahrtrichtung und nicht auf die Stelle knapp vor dem Vorderrad. Wo man hinguckt, fährt man auch hin. Was für den stadterfahrenen Radfahrer gilt, gilt erst recht für den e-Biker: Vorausschauend fahren und die Fehler der anderen antizipieren ist im Verkehr überlebenswichtig. Auch wenn Sie wissen, dass Sie schneller sind, manch anderer Radler oder Autofahrer erkennt das nicht, nimmt Ihnen die Vorfahrt oder biegt noch schnell vor Ihnen ab.

Gleichgewicht schulen

Das e-Bike ist schwerer als ein normales Rad. Folglich reagiert es auch anders. Üben Sie einhändig zu fahren und das Rad stabil zu halten, vor allem in Kurven. Immerhin soll der Richtungswechsel ja angezeigt werden. Unterschätzen Sie das Langsamfahren nicht. So schön schnell ein e-Bike sein kann, der Verkehr bestimmt das Tempo in der Stadt. Und da heißt es manchmal den „Kriechgang“ einlegen. Langsam und spurtreu fahren muss man üben.

Bremsen lernen

Sicher bremsen können ist wichtig, egal ob man Inliner, Ski oder e-Bike fährt. Zu scharfes, abruptes Bremsen lässt den Normalradfahrer schon über die Lenkstange segeln. Zusammen mit vorausschauendem Fahren, heißt es also die Geschwindigkeit an die Verkehrs-, Straßen- und Wettersituation anpassen. Eine Banalität? Ja, aber die meisten Autofahrer tun es nicht. Deren Vorteil: Sie sitzen geschützt in einer Box, haben Gurt und Airbag. Die Vollbremsung ist wirklich nur für den Notfall. Damit man weiß, wie das Fahrrad reagiert und man ein ausbrechendes Hinterrad bändigt, sollte man das üben – am besten unter fachlicher Anleitung. Stakkatobremsen bei gleichzeitiger Betätigung sowohl der Hinter- wie Vorderradbremse und mit angewinkelten Armen, um abfedern zu können. Aber Vorsicht: Die größere Verzögerungskraft hat die Vorderradbremse und ein blockiertes Vorderrad bedeutet, dass das Hinterrad abhebt. Üben ist also angesagt.

Kurven üben

e-Bikes haben durch die Trägheit der Masse einen größeren Kurvenradius. Engere Kurven muss man deshalb besonders üben. Wichtig dabei: Beim Einfahren in die Kurve schauen, bevor es herausgeht, frühzeitig aus der Kurve herausschauen. Auch hier gilt die alte Weisheit: Man fährt dahin, wo man hinschaut.

Hindernisse meistern

Hindernisse sind mit dem e-Bike nicht wesentlich anders zu meistern als mit einem normalen Rad. Dennoch muss man sich an zwei Unterschiede gewöhnen: Das höhere Radgewicht und die meist höhere Geschwindigkeit. Bei Ausweichmanövern reagiert das Rad träge und lässt sich schwerer korrigieren. Vorausschauendes Fahren bedeutet, Ausweichmanöver zu vermeiden. Bordsteinkanten und kleine Hindernisse meistert man, indem man das Vorderrad entlastet und leicht hochreißt. Timing ist hier wichtig. Und natürlich gilt auch: Möglichst senkrecht auf Bordsteinkanten zufahren – aber das kennt man vom Normalrad.

Und zu guter letzt: Unter fachlicher Anleitung ist ein Fahrtraining besser als das Do-it-Yourself, weil der Fachmann Fehler analysieren und korrigieren kann. 

 

Ralf Stefan Beppler

Die schönsten Radwege bis 500 km

11 Tourentipps, 150-500 km

 

Ihr habt Lust für ein paar Tage mit dem Rad unterwegs zu sein? Dann ist vielleicht einer dieser 11 Radwege etwas für euch! Die mehrtägigen Tourentipps in NRW, Niedersachsen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg sind zwischen 160 und 500 km lang. Der längste in dieser Auswahl führt ins Nachbarland nach Österreich.

Diese und weitere Tourentipps sind im Wandermagazin-Special "Die Schönsten Radwege 2024" erschienen.

Zusatz-Tipp in Österreich:

Die schönsten Radwege bis 150 km

7 Tourentipps, 80-150 km

 

Ihr sucht nach einer ausgedehnten Tagestour oder einem zweitätigen Tourentipp fürs Wochenende? Hier sind 7 Tourentipps zwischen 80 und 150 km Länge in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen, Nordrheinwestfalen sowie ein Tourentipp aus dem Liechtenstein. 

Diese und weitere Tourentipps sind im
Wandermagazin-Special "Die Schönsten Radwege 2024" erschienen.

  • Kohle-Dampf-Licht-Seen-Radroute
    Durch die Geschichte der Industriekultur – 91 km
    Leipzig, Sachsen
     
  • Alte Salzstraße
    Von Lüneburg nach Lübeck – 113 km
    Herzogtum Lauenburg, Schleswig-Holstein/Niedersachsen
     
  • Karlsroute
    Zwischen Karlsbad und der Kulturhauptstadt Europas 2025 – 116 km
    Erzgebirge, Sachsen
     
  • Vennbahn 
    Grenzlandflair trifft Natur – 125 km
    Eifel, Nordrhein-Westfalen und Ostbelgien 
     
  • Baumberger Sandsteinroute
    Das Gold des Münsterlande entdecken – 152 km
    Münsterland, Nordrhein-Westfalen
     
  • Die Deutsche Fehnroute
    Kanäle, Klappbrücken und Windmühlen –158 km
    Ostfriesland, Niedersachsen
     

Zusatz-Tipp im Nachbarland

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Hinweis zur DSGVO auf Die schönsten Radwege

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